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1.11.19 13:34

„BBS – quo vadis?“: Fachlicher Austausch beim rheinland-pfälzischen Berufsschultag 2019


Von: Stephanie Groves und Susanne Petry


„Berufliche Bildung: vielseitig (√) – kreativ (√) – digital (?)“ war das Motto des diesjährigen rheinland-pfälzischen Berufsschultags. Der Verband der Lehrerinnen und Lehrer an berufsbildenden Schulen (vlbs Rheinland-Pfalz) hatte hierzu am 16. Oktober nach Kaiserslautern in die Fruchthalle eingeladen und feierte zugleich sein 70. Jubiläum.


Festveranstaltung in der Fruchthalle

Die Moderatoren: Mareike Schumacher und Markus Penner

Digitale Begrüßung durch Frau Dr. Stefanie Hubig

Schuldezernent Herr Joachim Färber

Landesvorsitzende des dbb in RLP Frau Lilli Lenz

Stellv. Bundesvorsitzender des BvLB Herr Wolfgang Lambl

vlbs-Landesvorsitzender Herr Harry Wunschel

Staatssekretär im Ministerium für Bildung RLP Herr Hans Beckmann

Die Festveranstaltung wurde um 10 Uhr durch einen Sketch zur Digitalisierung 4.0 in Schulen von Mareike Schumacher, Beisitzerin des Landesvorstandes des vlbs, und Markus Penner, Schriftleiter vlbs-aktuell, eröffnet, die anschließend unterhaltsam und abwechslungsreich durch das Programm führten. Für die musikalische Untermalung der Feier sorgten Vanessa Fehrentz und Stefan Altherr. 

Nach der Begrüßung der Anwesenden und Ehrengäste in der gut besuchten Fruchthalle wurde das Publikum auch digital von der Staatsministerin für Bildung Dr. Stefanie Hubig begrüßt, die aus dienstlichen Gründen der Feier nicht beiwohnen konnte. Im gezeigten Interview mit dem Themenschwerpunkt „BBS – quo vadis?“ bezeichnete die Bildungsministerin die berufsbildenden Schulen als „wichtige unverzichtbare Säule der Bildungslandschaft“, die für die Zukunft und die Digitalisierung „fit“ gemacht werden müsse. Sie sprach außerdem konkrete Maßnahmen an, die im Zuge der Digitalisierung und des Digitalpaktes im nächsten Jahr umgesetzt werden sollen. Geplant sei beispielsweise die Verbesserung der Schulen bezüglich der digitalen Infrastruktur, wie WLAN-Ausleuchtung, die Aufstockung und Aktualisierung der digitalen Ausstattung sowie ein verbessertes Fort- und Weiterbildungsangebot für Lehrkräfte. Die BBSen sollen zu „Kompetenz- und Lernzentren“ werden, jedoch soll hierbei die Digitalisierung lediglich Mittel zum Zweck sein, aber nicht die Lehrer/-innen ersetzen.

Als bereits auf den Weg gebrachte Zugeständnisse an die Schulen nannte Frau Dr. Hubig unter anderem die Senkung der Klassenmesszahlen von 16 Schüler/-innen auf 14, die Erhaltung der BBSen in der Fläche, die zweimalige Besoldungserhöhung bzw. Aufholanpassung um jeweils zwei Prozent sowie den Einsatz von digitalen Koordinatoren zur Wartung der IT-Systeme in den Schulen.

Herr Joachim Färber, Beigeordneter und Schuldezernent der Stadt Kaiserslautern, gratulierte dem vlbs zu seinem 70. Jubiläum und betonte, dass der Verband im Laufe der Zeit viel erreicht habe. Bildung sei „die beste und wichtigste Investition für unsere und die zukünftige Gesellschaft“. Berufliche Bildung stelle eine ungemein wichtige Säule für eine fachspezifische Qualifizierung junger Menschen und die frühe Verankerung der Auszubildenden im Berufsleben dar, was zu einer Sicherung des Fachkräftebedarfs führe. Zudem sei die BBS die „einzige Schule für alle, eine Schulart, die erheblich zur Bildungsgerechtigkeit beiträgt“, so Färber. Jedoch werde sie noch immer in der Gesellschaft unterschätzt. Daher gelte es, die Marketingstrategie zu ändern und den herausragenden Stellenwert der BBS zu erhalten.

Auch die Digitalisierung und der „DigitalPakt Schule“ 2019 bis 2024 stelle die Stadt Kaiserslautern vor große Herausforderungen, denn es müssen umfassend neue Strukturen geschaffen und neue Wege gegangen werden, betont der Schuldezernent weiter. Für die Schulen der Stadt „soll ein zentrales Rechen-und Supportsystem für sechs Millionen Euro Investitionskosten errichtet werden. Weitere Ausgaben entstehen durch die Ausstattung von Klassensälen mit digitalem Equipment sowie zur Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften“, so Färber. Jedoch dürfe man nicht nur den digitalen Umgang in den Fokus rücken, sondern auch die Wirkung der Technik, die für unsere Gesellschaft nicht nur Chancen, sondern auch Risiken mit sich bringe. Daher fordert der Schuldezernent eine verstärkte digitale Aufklärung.

In ihrem Gastvortrag beschäftigte sich die Landesvorsitzende des dbb in Rheinland-Pfalz, Lilli Lenz, mit der Frage „Wie digital sind wir denn?“. Außerdem stellte sie den vlbs Rheinland-Pfalz als starke Expertenorganisation unter dem Dach des dbb dar und bedankte sich herzlichst bei dessen aktiven Mitgliedern für den gemeinsamen schul- und bildungspolitischen Kampf.

Wolfgang Lambl, Stellvertretender Bundesvorsitzender des BvLB, thematisierte die durch die Digitalisierung bedingten neuen Herausforderungen, welche Schulen angehen müssen, um die Fachkräfte von morgen nicht zu verlieren, sondern zu fördern, zu fordern und für die Zukunft stark zu machen. Dazu gehöre eine engere Vernetzung von Berufsschule, Unternehmen und Lehrkräften, wie auch eine intensivere Kommunikation der jeweiligen Schule zu Schülerschaft, Eltern und Ausbildungsbetrieben.

Der vlbs-Landesvorsitzende Harry Wunschel bescheinigte den berufsbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz in Zusammenarbeit mit den dualen Partnern Lehrlinge in über 300 Berufen zu erfolgreichen Ausbildungsabschlüssen zu führen und somit für Nachwuchs zu sorgen. Ganz nach der Devise „kein Abschluss ohne Anschluss“ seien die BBSen Garant für Durchlässigkeit im Bildungssystem, denn von allgemeinen Bildungsabschlüssen bis hin zu Hochschulabschlüssen sei alles möglich. Durch die neuen Herausforderungen und die damit verbundenen vielfältigen Aufgaben der berufsbildenden Schulen fordere der vlbs einen Schwerpunkt der Unterstützung im Bildungsbereich. Als zentrale Forderungen nannte der vlbs-Landesvorsitzende den Ausbau der digitalen Infrastruktur, die Bereitstellung digitaler Endgeräte für Lehrkräfte, die Sicherstellung der Administration schulischer digitaler Endgeräte und ihrer Software, digitale (Grund-)Bildung in allen BBS-Klassen, Aufbau einer digitalen Pädagogik und Didaktik wie auch den Aufbau digitaler Lernzentren an den berufsbildenden Schulen im Schulversuch BBS 4.0.

Vom Dienstherrn forderte Wunschel weiterhin eine Aufstockung des Stellenkegels (v.a. Besoldungsgruppe A 14) wie auch eine schnellere Beförderungsmöglichkeit für angestellte Lehrkräfte. „Die aktuelle Beförderungssituation ist demotivierend. Viele Kollegen bleiben in der Warteschlange hängen“, so der vlbs-Landesvorsitzende. Des Weiteren müssen mehr Maßnahmen zur Gewinnung von Lehrkräften in beruflichen Fächern ergriffen werden. Zudem müsse es - im Zuge der BVJ-Reform - Stunden für individuelle Betreuung und eine Senkung der Klassenmesszahlen geben.

Des Weiteren blickte Wunschel unter anderem kritisch auf die Reform der Höheren Berufsfachschule seit dem Jahr 2012, wodurch viele Vollzeit-Lehrkräfte eingespart wurden und die Belastungen der Lehrkräfte außerhalb der Praktikumszeiten anstiegen.

In seinem Festvortrag bezeichnete der Staatssekretär im Ministerium für Bildung in Rheinland-Pfalz, Hans Beckmann, die berufsbildenden Schulen als Schulen der Chancen, in denen „junge Menschen ihren Weg finden können und die Chance auf ein gelungenes Leben bekommen“. In den sieben Schulformen „finden auch Menschen den Weg, die zuvor die falsche Richtung eingeschlagen haben“, so Beckmann. Berufliche Bildung sei ein sehr gutes Fundament, um darauf ein glückliches und erfolgreiches Leben aufzubauen. Berufliche Bildung habe schon damals die Basis des Wirtschaftswunders gelegt.

„Sind die Schulen bereits digital oder müssen sie es noch werden?“, stellte Beckmann fragend in den Raum. Er würde beides mit einem Ja beantworten. Die Aufgabe für die kommenden Jahre sei hinter „digital“ nun endgültig einen Haken zu setzen. Auch betonte er, dass uns die Digitalisierung keine Angst machen müsse, er sehe sie als „Katalysator der Lernortkooperation“ und es sei wichtig, in Fortbildungen Akzente zu setzen – „Medienkompetenz macht Schule“.

Der Staatssekretär ging im weiteren Verlauf seiner Rede sowohl auf Wunschels Forderungen als auch auf Dr. Hubigs „BBS - quo vadis?“ ein.

Während der Mittagspause konnten sich die Teilnehmer/-innen mit einem leckeren Pfälzer-Eintopf stärken. Darüber hinaus hatten sie die Möglichkeit, die Lehrmittelausstellung im Foyer der Fruchthalle besuchen und die Zeit für viele interessante Gespräche zu nutzen, bevor anschließend der Besuch der Arbeitskreise zum fachlichen Austausch anstand. Denn am Nachmittag wurden in den Räumlichkeiten der BBS I Technik und der Meisterschule des Handwerks insgesamt 34 Workshops zu aktuellen pädagogischen Themen angeboten.

Die Veranstaltung wurde durch ein Team des vlbs-Ortsverbandes Kaiserslautern geplant und organisiert.



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Autor: Stefan Möhnen
E-Mail: moehnen@bbs1-kl.de

 
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